Mit dem Suchtpräventionsprojekt "Update your Life" haben verschiedene Netzwerker:innen viele junge Menschen am Standort der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Senftenberg erreicht.
Gesprächsrunden, Kickboxen, kreative Angebote auf Leinwand, Medienarbeit und mehr gab es vom 10. bis 13. März 2026. In verschiedenen Räumen waren Workshops eingerichtet worden. Die Jugendlichen hatten vorab in drei Kategorien (Kreativ, Haltung, Wissen) ausgewählt, zu welchem Angebot sie gehen wollten.
Das Projekt findet regelmäßig im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) statt und hat in diesem Jahr auch das Thema "Leben mit HIV" im Programm gehabt. Unser Bildungsreferent Christian war an drei Tagen vor Ort und gab den Jugendlichen der 8. Klassen Einblicke in die Lebenswelt von HIV-positiven Menschen.
Gibt es einen Unterschied zwischen HIV und Aids?
Wie wird das HI-Virus übertragen und wie nicht?
Welche Schutzmöglichkeiten haben wir?
Spielt Drogengebrauch bei der Übertragung von HIV eine Rolle?
Wie wird HIV behandelt und wer kann helfen?
Wie ist das Leben mit HIV?
Diese und weitere Fragen wurden im Workshop besprochen. Die Jugendlichen hatten Gelegenheit für Gruppenarbeit, kreative Momente und für Gespräche. Besonders viel Spaß machte ein Abschlussquiz zum Thema "Übertragungswege von HIV" mit kleinen Bildkarten.
Der SPD-Arbeitskreis "Gesundheit und Soziales" hatte den AIDS-Hilfe Lausitz e.V. zum Gespräch zum Landtag nach Potsdam geladen. Die Versorgungssituation von Menschen mit HIV im Land Brandenburg sollte diskutiert werden. Christian war zum Termin gefahren und sprach u.a. mit Nadine Graßmel, Sina Schönbrunn und Julia Sahi. Die Vorstände des AIDS-Hilfe Potsdam e.V. waren auch vor Ort und brachten ihre jeweilige Sicht auf die Themen ein. Interessiert waren die AG-Teilnehmenden an den aktuellen Lebenslagen HIV-positiver Menschen, also auch an der noch immer bestehenden Angst vor Stigmatisierung, Diskriminierung, sowie der schmalen Behandlungslinie in Brandenburg. Wie sehen Testangebote aus? Wieviele Tests und welche Zielgruppen werden erreicht? Welche Herausforderungen gibt es? Diese und weitere Fragen wurden diskutiert.
Beratungsstellen, Ärzte und Ressourcen rund um das Thema sind übersichtlich. Die Lage für HIV-Positive ist in Brandenburg ungünstig. Eine flächendeckende Versorgung oder gar lückenlose Präventionslandschaft ist nicht entwickelt. Ja, es gibt punktuell Angebote, das soll auch nicht vergessen werden, allerdings sind das Tropfen auf den heißen Stein. Gerade dann, wenn lange Wege z.B. zur HIV-Schwerpunktpraxis in Kauf genommen werden müssen, um die notwendige medizinische Versorgung zu ermöglichen, merken Positive den Unterschied zur Großstadt Berlin. Brandenburg hat zwei Anlaufstellen mit HIV-Schwerpunkt und zwei AIDS-Hilfen.
Es ist gute Tradition ans Evangelische Gymnasium zu kommen. Auch in diesem Jahr wurde Christian vom Regenbogenkombinat eingeladen, um mit jungen Menschen der 9. Klassen über vielfältige Themen zu sprechen. Die Schüler:innen beschäftigten sich mit zwei großen Themenfeldern.
sexuelle Gesundheit - "Leben mit HIV"
Pubertät - sexuelle und geschlechtliche Vielfalt
An 4 Terminen war der Bildungsreferent im Januar und Februar 2026 vor Ort und arbeitete mit den Workshopteilnehmenden. Beim ersten Termin sprachen die Jugendlichen über HIV und Aids. Im Kern ging es um Sensibilisierung, insbesondere soziale Aspekte einer HIV-Infektion spielten eine große Rolle, aber auch Übertragungswege, sowie Schutzmöglichkeiten waren Thema. Nicht zuletzt ging es im Workshop um die Frage, wie Fallbeispiele eingeordnet werden könnten und welche Ideen die Jugendlichen haben, wenn verschiedene Fallkonstellationen eintreten. "Menschen unter HIV-Therapie sind im Idealfall nicht mehr ansteckend", sagte der Bildungsreferent. "Für HIV-Positive ist diese medizinische Entwicklung ein Grund zur Freude". Christian sprach auch über anonymisierte Fälle aus der Beratung. So nahe an reale Momente kommt kein Bio-Lehrbuch.
Im zweiten Termin ging es inhaltlich um das Thema Pubertät und darum, wie sich Körper, Geist und soziales Umfeld verändern. Die Jugendlichen diskutierten darüber, wie Normalität entsteht und machten sich über verschiedene Szenarien Gedanken. Christian nutzte modellhaft eine Fantasiewelt, um mit den Teilnehmenden verschiedene Denkansätze zu besprechen. Dabei ging es auch um Geschlechtermacht und den Einsatz von Privilegien. Hat das etwas mit dem Thema Pubertät zu tun? Ja, denn Rollenbilder und Vorstellungen von weiblichen, männlichen und anderen Lebensentwürfen sind Vorlagen, die mit unserem Selbstbild verhandelt werden. Viele junge Menschen vergleichen sich und ihre Eindrücke mit den in der Umwelt gezeichneten Mustern und positiv besetzten Werthaltungen prägen sich ein. So entwickeln wir u.a. Glaubenssätze und Denkweisen.
Die Diskussionen am Evangelischen Gymnasium waren interessant und aufschlussreich. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Anlässlich des diesjährigen Welt-AIDS-Tages war am 07.12.2025 auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt eine ganz besondere Begegnung möglich: Storch Viktor, das fröhliche Maskottchen der AIDS-Hilfe Lausitz, spazierte mit seinen Storchenkindern über den festlich geschmückten Markt. Zwischen Lichterglanz, Tannenduft und winterlicher Musik sorgte er für Aufmerksamkeit – und für viele schöne Momente.
Mit großer Herzlichkeit sammelten Viktor und sein Team Spenden, verteilten rote AIDS-Schleifen und Herzchenlutscher, und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Dabei ging es nicht nur um Unterstützung, sondern vor allem um Aufklärung und Präventionsarbeit. Viele Menschen nahmen sich Zeit, hörten interessiert zu und zeigten Offenheit für die Themen rund um HIV und AIDS.
Besonders die kleinen Gäste konnten sich freuen: Sie erhielten strahlend rote Luftballons, die fröhlich über dem Weihnachtsmarkt schwebten und die Aktion weithin sichtbar machten. Die Stimmung war warm, respektvoll und positiv – ein Zeichen dafür, wie wichtig und willkommen solche Begegnungen sind. Es war eine rundum gelungene Aktion im Herzen von Cottbus, getragen von Solidarität, Offenheit und echter menschlicher Nähe.
Der CSD Cottbus e.V. veranstaltete am 25.10.2025 eine politische Demonstration, die Cottbus noch nicht erlebt hat. Schirmfrau des CSDs ist die Bürgermeisterin der Stadt Cottbus. Weit über 800 Menschen kamen zur Stadthalle auf den Berliner Platz. Gruppen reisten aus dem Umland an. Sie kamen von den Dörfern, Amtsgemeinden und aus den großen Städten. Teams machten sich aus Berlin, Leipzig, Dresden, Thüringen und Potsdam auf den Weg. Die Züge waren voll und einige kamen trotz Zugverspätung noch pünktlich zur Demo. "Vereint in Frieden und Vielfalt", so lautete das Motto, unter dem sich alle gemeinsam auf den Weg durch die Cottbuser Innenstadt machten. Die Omas gegen Rechts hatten eine riesige Regenbogenfahne mitgebracht, die von vielen Händen getragen wurde.
In den letzten Jahren war die CSD-Demo kleiner. Was war in diesem Jahr anders?
Fast jeder 3. CSD wurde in diesem Jahr von Rechtsextremen angegriffen. Auch für Cottbus waren 2 Gegendemos angemeldet worden. Es wurde gegen den CSD in Cottbus mobil gemacht. Rund 90 Gegendemonstranten tauchten in Cottbus auf und positionierten sich gegen den CSD. Die Polizei war stark vertreten und sicherte die Veranstaltungen ab. Zu Auseinandersetzungen kam es nicht.
Lars Bergmann, Fachstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Land Brandenburg, rief in seiner Rede dazu auf, die Faust zu heben, wenn jemand Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und / oder geschlechtlichen Identität erlebt hat. Viele Hände gingen in die Höhe.
Der aktuelle Diskurs bereitet vielen Menschen Sorge. Seit es den CSD in Cottbus gibt, waren die Umstände noch nie so offen queerfeindlich. Die Beratungszahlen und die Diskriminierungsmeldungen steigen. Die Zahlen der Gewalttaten, auch gegen Queers nimmt zu. Angriffe auf CSDs, Feste der Vielfalt, Wohnprojekte und gegen Jugendclubs nehmen zu. Hass und Einschüchterungsversuche zielen auf den Regenbogen. In den CSD-Aktionswochen wurden mehrere Regenbogenfahnen zerstört. Ganze Fahnenmaste wurden aus der Verankerung gerissen, um an das Regenbogensymbol zu kommen. Am Regenbogenkombinat brannte eine Papiertonne. Der Staatsschutz ermittelte.
Drag Queen Miss Cherry Moonlight zeichnete in ihrer Ansprache ein Bild zur aktuellen Lage. Die Repräsentantin der AIDS-Hilfe rief dazu auf, sich weiter aktiv für die Demokratie und für Mitmenschlichkeit einzusetzen, denn was heute in Cottbus zu sehen sei, sei eine funktionierende Demokratie, die sich für Menschenrechte positioniert.
In vielen Ansprachen kam zum Ausdruck, was zu tun sei.
Die Politik und die Verwaltung müssen Ressourcen zur Verfügung stellen, um queere Menschen zu schützen.
Maßnahmepakete müssen auf den Weg gebracht werden, damit Präventions-, Bildungs- und Beratungsarbeit geleistet werden kann.
Der Aktionsplan Queeres Brandenburg muss aufgestockt werden. Der jahrelange Sparkurs muss ein Ende haben.
Es braucht verlässlich geförderte Strukturen, um die Vielfalt und die Demokratie zu schützen und zu entwickeln.
Menschen in politischen Verantwortungspositionen müssen alles daran setzen, Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Sie müssen zivilgesellschaftlich engagierte Menschen bestärken und sie unterstützen.
Die Opfer von Queerfeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit brauchen Schutz und die Täter:innen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Forderungen zum diesjährigen CSD wurden in zahlreichen Redebeiträgen zum Thema gemacht. In verschiedenen Sprachen waren die Beiträge an den Haltepunkten der CSD-Demo zu hören. Menschen verschiedener Nationalitäten redeten in ihrer Landessprache.
Die CSD-Demo wanderte vom Berliner Platz über den Altmarkt zur Oberkirche. Von dort aus ging es weiter zum BTU-Zentralcampus und dann zog die Demo zum Erich Kästner Platz.
Am Stadthaus angekommen, sprach Miss Moonlight über die jüngsten Entwicklungen in der Stadt. Antidemokraten haben es geschafft, dass die Regenbogenfahne nicht mehr am Erich Kästner Platz gehisst wird. Die Stadt hat sich eine eigene Flaggenverordnung gegeben, wonach die Regenbogenfahne lediglich an einem Tag vor der Stadthalle aufgehängt werden soll. In den letzten Jahren wurde die Regenbogenfahne zu den CSD-Aktionswochen für 2 Wochen am Fahnenmast am Erich Känstner Platz aufgehängt. Die Dragqueen bedankte sich bei allen Menschen in der Politik, die sich für die Belange von queeren Menschen seit vielen Jahren engagieren und rief dazu auf, auch weiterhin jeden Millimeter Demokratie zu verteidigen.
Die Dunkelheit brach ein. Die Stimmung war fantastisch und trotz des einsetzenden Regens kamen die Menschen fröhlich und beschwingt am Glad-House an. Dort schunkelte die Demo bis Mitternacht aus.