16.-17.09.2011 - 3. Christopher Street Day in Cottbus

Party, Kundgebung und Abschlusstalk zum CSD


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Am Freitag startete der 3. CSD Cottbus mit einer Warm Up Party im Glad-House. Die beliebte Rainbowparty stand ganz im Zeichen des 3. Christopher Street Days der Stadt Cottbus. DJ Scampi und Künstlerin EliZa rockten das Parkett des frisch restaurierten Jugendkulturzentrums. Die Partygäste feierten bis in die Morgenstunden. Fotos von der Rainbowparty zum 3. CSD Cottbus findet Ihr auf www.fiedel78.de
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Der Festakt zur Hissung der Regenbogenfahne wurde von ca. 60 Besucher_innen am Rathaus am Samstag ab 17 Uhr begleitet. Hier reichte der Trägerverein des CSD Cottbus, der AIDS-Hilfe Lausitz e.V., feierlich das Mikrofon an den Vertreter der Cottbuser Stadtverwaltung Lothar Nicht, der die besten Grüße des Schirmherren, Herrn Oberbürgermeister Frank Szymanski überbrachte. Herr Nicht erinnerte in seiner Rede an die Anfänge der CSD Bewegung von 1969 in den USA und machte deutlich, dass trotz Gleichstellungsbemühungen, noch immer Diskriminierung, Gewalt und Hass gegenüber Homo- und Transsexuellen Alltag sind. Lars Bergmann richtete seine Rede auf die Erlebnisse der LesBiSchwulen Tour 2011, von der er gerade zurück gekommen war. Der Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange des Landes Brandenburg betonte, wie wichtig es sei, nicht über Menschen zu sprechen, sondern mit ihnen. Es reiche eben nicht, allerorts eine Regenbogenfahne zu hissen, die Menschen müssten, um Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken, in einen wechselseitigen Dialog treten.



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Mit dem Segen der Schwester Dominique Lovette de l'Amour des Ordens der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz startete die Parade des 3. Christopher Street Day vom Rathaus in Richtung Süden. Emsig schwangen die Besucher_innen die Regenbogenfahnen und machten auf sich aufmerksam. Rund 30 Menschen begleiteten die bunte Demo, die friedlich durch die Innenstadt verlief. Schaulustige blieben irritiert stehen. Über Straßen und Kreuzungen ging es zur Thiemstraße 37, dem Ort, an dem der AIDS-Hilfe Lausitz e.V. zu Hause ist.
 
Vor Ort warteten die Ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer schon auf die hungrigen Umzugsteilnehmer_innen und versorgten die Gäste mit Leckereien vom Grill. An drei Stationen konnten sich Interessierte einfinden und zu queeren Themen ins Gespräch kommen. Moderiert wurde an der Station Religion durch Helge Kohlbacher (Gemeindeleiter der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde der Stadt Forst (Lausitz).
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Fachbereichsleiterin Jugendsozialarbeit / Streetwork des Jugendhilfe Cottbus e.V. Annekathrin Schulze unterstütze den Gesprächskreis zu Fragen queerer Lebensweisen und Bildung. Fragen und Antworten gab es auch in der Talkrunde rund um transidentisches Leben, moderiert durch eine Vertreterin der AIDS-Hilfe. Ein Präventionsstand der AIDS-Hilfe Lausitz war aufgebaut; hier gab es Informationen rund um das Thema AIDS.

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Gegen 21 Uhr endete der 3. Christopher Street Day. Vorstandsvorsitzende Renate Müller von der AIDS-Hilfe Lausitz ist über den friedlichen Verlauf der Demo sehr glücklich. „Wir hätten uns gewünscht, dass noch mehr Leute die Parade begleiten würden, um ein sichtbares Zeichen queerer Lebensweisen auf den Cottbuser Straßen zu setzen. Viele Lesben und Schwule, die wir aus der versteckt lebenden Szene kennen, waren leider nicht gekommen. Das Motto: „Komm raus, Cottbus!“ wird wohl noch einige Jahre Motto bleiben, denn von ihrer Couch sind nur wenige hoch gekommen“, so die Vorstandsvorsitzende. „Vielleicht sind wir im nächsten Jahr schon einige mehr“, hofft Renate Müller. „Bedenken wir, dass ca. 5 bis 10% nicht heterosexuell leben, dann kann man sich bei einer Stadt wie Cottbus, mit rund 100.000 Einwohnern ausrechnen, wie viele Menschen zu dieser Demo theoretisch hätten kommen können.“

Von überall kamen die Gäste, übernachteten in naheliegenden Hotels und feierten kräftig mit. Eine junge Frau war extra aus Stuttgart angereist, weil sie vom 3. CSD Cottbus gehört hatte. Das in ihrer Heimatstadt mal ein Christopher Street Day stattfinden würde, hätte die lesbisch lebende Frau vor Jahren nicht gedacht; ein Grund mehr, die alten Wurzeln mal wieder zu spüren und nach Cottbus zu kommen.

Ganz besonders freute die Organisatoren die Beteiligungen der befreundeten Vereine
UM QUEER e.V.
aus der Uckermark sowie einiger Vertreter des Jugendnetzwerk::Lambda Berlin-Brandenburg e.V. aus Berlin. Mittlerweile entwickelt sich eine kleine Tradition, abwechselnd zu queeren Events zu Gast zu sein und Erfahrungen auszutauschen.

Wir freuen uns auf den 4. Christopher Street Day in der Stadt Cottbus im nächsten Jahr.


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Text/Videoschnitt: Christian Müller - Fotos: Stefan Fiedler


Termine

17 Jul 2020
12:00 - 18:00
Sprechzeit und begleiteter HIV-Selbsttest
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Sprechzeit und begleiteter HIV-Selbsttest
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24 Jul 2020
12:00 - 18:00
Sprechzeit und begleiteter HIV-Selbsttest
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27 Jul 2020
12:00 - 18:00
Sprechzeit und begleiteter HIV-Selbsttest
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